2026

7.5.2026

Ägäis- diesmal von Ost nach West liegt vor Mata Iva. Geplant war durch den Kanal von Korinth in den Golf von Korinth zu segeln und dann weiter nach Preveza. Leider ist der Kanal mal wieder gesperrt, bis Mitte Juli, also wird erstmal nix draus.

13.5.2026:

Leros – Arki – Amorgos – Schionousa – Naxos – Paros die bisherigen Etappen. Wenig Wind, viel Saharastaub, aber die Hälfte der Strecke bis Ägina liegt hinter uns. Manfred ist an Bord und zu zweit geht es doch flotter als alleine. In Ägina ist ein Platz in einem Boatyard reserviert bis Oktober, wenn der Kanal wieder offen ist.

15.5.2026

Man wird sie nicht richtig los, die vielen Fähren in der Ägäis. Die Inseln werden versorgt, nicht nur mit Touristen, sondern oft mit allem. Logistisch ist das einmalig. Wenn man Zeit hat und genau hinschaut, was alles ausgeladen wird, kommt man schon ins Staunen: Vom Kartoffelsack bis zum Elektroauto. Und auf den kleinen Inseln oft das Trinkwasser. Manchmal, wenn man Glück hat und der Meltemi ordentlich von der Seite weht, können sie einem im Hafen als Wind- und Wellenbrecher dienen.Bringt etwas Ruhe ins Schiff, nachts kann es helfen!

16.5.2026

Eigentlich wäre die Route nördlich von Naxos und Paros auf dem Weg nach Sifnos zu vernachlässigen, wenn da nicht der kleine Hafen von Paros und der Ort selbst wären. Wenig Plätze im Hafen, außen schaukelt es mithin heftig, nur innen liegt man ruhig. Manchmal ohne eigene Muring, aber das macht nichts, man bringt dann eben eine Leine zum Nachbarn aus. In der Hochsaison sei sowieso nur die Hälfte der Murings intakt, so der hilfsbereite und freundliche Hafenmeister, bei dem man unbedingt am Tag davor reservieren muss. Paros selbst ist ein toller Ort, sehr griechisch, viele verwinkelte Gassen und Tavernen. Alternative zum Hafen: Viele geschützte Ankerplätze in der Umgebung.

17.5.2026

2 liebgewonnene Ankerbuchten

Zwischen Nisos Dhespotiko und Nisos Andiparos
Ormos Vathy – Sifnos

Dhespotiko: Türkisblaues Wasser mit 3 bis 7m Tiefe auf ca 0,3 x 0,3 sm. Eine ganze Armada könnte man hier unterbringen. Meist nur 0 bis 5 andere Yachten. Seele baumeln lassen.

O. Vathy: Tolles Dorf und gemütliche Tavernen. Besonders auffällig die Freundlichkeit der Menschen, das ist schon eine andere Welt. Jeder grüßt jeden, Fröhlichkeit beherrscht den Ort. Eigentlich sollte man hier ganz bleiben….sind die weinseeligen Gedanken am Abend. Doch morgen geht’s weiter Richtung Norden, wenn’s der Wind erlaubt.

19.5.2026

Über Serifos in Kythnos gelandet, guter Wind dazwischen und Genusssegeln. Jetzt abwarten, wie sich der Wind entwickelt. Sollte nach Plan aber bis Samstag zur Olympic Marina bei Lavrion passen. Brauche dringend Versorgung und eine Außenborderreparatur.

22.5.2026

Kap Sounion mit dem Poseidontempel (den Resten) in Sicht. In der Antike Ansteuerungspunkt für die Athener Handelsschiffe, die von Ägypten oder dem Schwarzen Meer mit Getreide kamen oder mit Wein von der kleinasiatischen Festlandsküste. Man hatte die Ägäisquerung geschafft.

Es geht nun für 4 Nächte in die nahe Olympic Marina um Mata Iva und den Skipper zu pflegen und Vorräte zu bunkern.

24.5.2026

Meltemi ist da, zögerlich noch mit 4 bis 5 Bft, aber bestimmt, auch nachts. Früh im Jahr wieder.

27.5.2026: Dein Außenborder, das unbekannte Wesen

Eigentlich lief er die ganzen Jahre ganz gut – nur dieses Jahr eben nicht – von Anfang an nicht. Trotz teurer Wartungskosten, einschließlich Ultraschall – Vergaserreinigung. 4 – Takter, aus dem Takt gelaufen, seit 260 sm. Viel Tavernen wurden deshalb verpasst, weil paddeln nur manchmal spaßig ist und die Laune verdirbt, wenn man dann das unsägliche Teil am Heckkorb hängen sieht.

Da die 2. Vergaserreinigung laut Zustandbericht des griechischen Mechanikers (halt: keine Vorutrteile: jung, gebildet, Mercury geschult und gut englisch sprechend ! Super Typ! ) wohl nichts mehr bringen würde, also ein neuer Vergaser und ein kleiner Lehrgang über das unbekannte Unwesen:

  1. Nach Möglichkeit kein E5, schon gar nicht E10.
  2. Dann kein altes Benzin, kann schon nach einigen Wochen Schäden anrichten, Verharzung ist generell das Problem. Keine älteren Plastikbenzinkanister als 5 Jahre: Dann diffundieren Stoffe vom Plastik an’s Benzin, die dem Vergaser schaden.
  3. Möglicherweise Verharzung verstärkt durch Elektrolyse, da Vergaser aus einer Alu-Legierung besteht, manche Teile darin aber aus Messing sind.
  4. Richtiger Gebrauch: Vergaser IMMER leer fahren. D.h. nach Rückkehr zur Yacht, Benzinhahn zu machen und austuckern lassen, bis Ruhe herrscht!
  5. Dann auf Vollgas stellen, Joke rausziehen und ca. 3 mal Startseil durchziehen, sodass letzte Reste ausgepustet werden.

Werd’s mir einfach mal zu Herzen nehmen, denn alle Reparaturen haben 2026 die Hälfte eines neuen Außenborders gekostet. Wie immer: durch Schaden wird man klug, kostet es Geld, wird man dann noch klüger. Auf ein Foto verzichte ich!

1.6.2026 Pfingstmontag in Griechenland

Den Saronischen Golf sollte man grad vergessen. Ägina ist grausam: Besser mit mehr als 1,8 m Tiefgang gar nicht in den Hafen reinfahren. Fähren, den ganzen Tag und auch am Ankerplatz Schwell und ständige Unruhe, laute Musik bis 0530 Uhr. Nach Poros verholt, unterwegs den „Schleppverband“ getroffen:

Laut AIS ist der Schlepper ein Sportboot. Letztes geschlepptes Boot hat 3 x 250 PS. Griechische Flagge.

5.6.2026

Nach ein paar entspannten Tagen in der Ostbucht von Poros (mein Lieblingsort in der Gegend), liegt Mata Iva im Aspakis Boatyard auf Ägina. Warten, bis der Kanal von Korinth offen ist, im Oktober geht’s weiter.